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Meilenstein von Erlstätt

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200px-Earth clip art.png Bildstock_Kraimoos: 47.88723N 12.58599E
Meilenstein von Erlstätt, Teil eines Bildstock bei Kraimoos

Der Meilenstein von Erlstätt ist Teil eines Bildstock bei Kraimoos, an der Straße von Kraimoos nach Schmidham.
Auch als Meilenstein des Kaisers Septimius Severus und seiner Söhne bezeichnet.

Geschichte der Entdeckung

Im Jahr 1840 wurde festgestellt, daß der runde Sockel des Bildstockes bei Kraimoos römische Schriftzeichen aufweist. Vor allem die Buchstaben MP (= milia passuum) belegten, daß es sich um einen Meilenstein (Miliarium) handelt. Nachforschungen ergaben, daß der Stein um 1780 noch an der Kirchhofmauer von Erlstätt gestanden hat. Ein Bauer aus Schmidham erwarb ihn und stellt ihn an einer Weggabelung, unweit der historischen Römerstraße, auf.[1]

Ursprünglicher Fundort

200px-Earth clip art.png Erlstätt:47.8739575N 12.5898063E

Kirchhofmauer in Erlstätt, Gemeinde Grabenstätt.

Verwahrort

200px-Earth clip art.png Bildstock_Kraimoos:47.8872622N 12.5859869E

Bildstock Kraimoos an der TS2, Stadt Traunstein, Ortsteil Schmidham.

Beschreibung

Meilenstein

Historische Darstellung
  • Höhe: 142cm
  • Durchmesser: 60cm
  • Material: Kalkstein
  • Datierung: Severisch - 201 n. Chr.

Vom ursprünglichen Text waren nur mehr Bruchstücke erhalten. Daraus ließ sich ableiten ...

...(curante Marco Iu)VENTIO SVRO (Proculo legato pro praetore. Ab Iuvavo) Milia Passuum X...
...auf Veranlassung des Marcus Iuventius Surus Proculus, des kaiserlichen Statthalter der Provinz. Von Salzburg X... Meilen.

August Obermayr
Römersteine zwischen Inn und Salzach. Pannonia-Verlag Freilassing 1974, S. 60.

Genannt wird der Provinzstatthalters Marcus Iuventius Surus Proculus, der 201 n. Chr. umfangreiche Straßenbaumaßnahmen durchführte. Da sein Name auch auf 14 weiteren Meilensteinen der Provinz zu finden ist, lässt sich die Inschrift rekonstruieren.

[I]m[p(erator) Caes(ar) L(ucius) Septimius] / [Severus Pius Pertinax Aug(ustus)] / [Arab(icus) Parth(icus) max(imus)] / [pontif(ex) max(imus) trib(unicia) pot(estate) VIIII] / [imp(erator) XII co(n)s(ul) II p(ater) p(atriae) proco(n)s(ul)] / [et Imp(erator) Caes(ar) M(arcus) Aurel(ius) Antoninus] / [Pius Aug(ustus) trib(unicia) pot(estate) IIII proco(n)s(ul)] / [et [ [P(ublius) Septimius Geta nob(ilissimus) Caes(ar)]]] / [miliaria vetustate conlapsa] / [restituerunt cur]ant[e] / [M(arco) Iu]ventio [S]uro Pr[oculo] / leg(ato) Aug(usti) pr(o) [pr(aetore)] / [ab Iuvavo] m(ilia) p(assuum) X[3]
UBI ERAT LUPA
Nr. 13230 [2]

Rotmarmor-Laterne

Die dem Meilenstein aufgesetzte Laterne besteht aus Ruhpoldinger Marmor. Die Fenster sind dekorativ mit weißem Quelltuff und schwarzer Schlacke ausgeschmückt.

Front

Rechte Seite

Denkmalliste

Verlauf der Via Julia zwischen Augusta Vindelicorum und Iuvavum

Der Bildstock ist unter D-1-89-155-128 in der Liste der Denkmale in Traunstein eingetragen. [3]

Kraimooser Feld.
Bildstock, auf rundem Schaft (römischer Meilenstein) Rotmarmor- Laterne, Anfang 17. Jh.; an der Straße nach Kraimoos

Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Liste der Baudenkmäler Traunstein[3]

Landessymbol Bayern.PNG Bayr. Baudenkmal in Traunstein - Akten-Nummer: D-1-89-155-128

Epigraphische Datenbanken

Der Meilenstein ist in der Sammlung für antike lateinische Inschriften Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL) unter folgender Nummer gelistet.

  • CIL III, 05749

In mehreren Epigraphischen Datenbanken befinden sich Beschreibungen.

Siehe auch

Wikipedia logo silver.png Wikipedia:Meilenstein_von_Erlstätt

Literatur

  • Obermayr, August: Römersteine zwischen Inn und Salzach. Pannonia-Verlag Freilassing 1974, S. 59-61.
  • Soika, Christian: Funde aus der Römerzeit von Erlstätt, Grabenstätt und Holzhausen. Schrift zur Sammlung Multerer Grabenstätt. Herausgeber: Albert Multerer, Grabenstätt 1982, S. 47-48.

Einzelnachweis

  1. Obermayr, August: Römersteine zwischen Inn und Salzach. Pannonia-Verlag Freilassing 1974, S. 59-61.
  2. UBI ERAT LUPA: Nr. 13230
  3. 3,0 3,1 Denkmalliste Traunstein D-1-89-155-128